Ein Monat im neuen Job – Erwartung vs Realität

Ich weiß, „ein Monat im neuen Job – Erwartung vs Realität“ – kann man das denn schon nach einem Monat sagen, was der neue Job für einen Bereit hält? Und klingt es nicht etwas überspitzt, dass die Realität meine Erwartungen einholt? Aus Erfahrung – selbst nach einem Monat – kann ich sagen: Nein, klingt es nicht. 30 Tage sind eine lange Zeit, in der ich dir sicher sagen kann, wie meine Erwartungen an der Realität scheiterten.

Erwartung

Ich erzählte euch schon vor zwei Jahren, mit welchen Gefühlen ich in den letzten Job reinging. Hier verhält es sich anders. Ich ging damals aus einem festen Verhältnis in ein neues Abenteuer. In den aktuellen Job gehe ich nach knapp 6 Monaten Arbeitslosigkeit aufgrund der Covid-Pandemie. Meine Erwartungen an diese Stelle und vor allem an mich selbst waren Ende Oktober sagenhaft hoch.
Was ich hier suche? Wie beim letzten Mal Glück, Zufriedenheit und Sicherheit für die Zukunft. Natürlich auch Sinn in dem, was ich tun werde. Endlich habe ich wieder etwas zu tun und einen Grund, regelmäßig aus dem Haus zu gehen. Ich komme unter Leute, verdiene Geld, habe einen geregelten Tagesablauf mit Routinen, die ich wieder etablieren und pflegen kann. Ich hoffte auf einen langsamen Einstig mit viel Anleitung.

Realität

10 Jahre Erfahrung im Bereich Einzelhandel bereiteten mich jedoch nicht auf diese Arbeitsstelle vor. Es war – trotz der Ankündigung der Filialleitung – sehr viel zu tun und noch mehr zu lernen. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, war aufgrund der neuen Art zu Arbeiten und der im allgemeinen neuen Arbeit an sich überwältigt und fast schon überfordert. Ich fühlte mich unglaublich unter Druck gesetzt. Nicht nur von meinem beruflichen Umfeld, sondern vor allem von mir selbst. Ich wollte am liebsten gestern alles wissen und können, was es zu wissen und zu können gibt.
Neue Themen, Routinen, Arbeitsweisen, selbst die Sprachweise mit den Kunden ist anders. Ich muss mich komplett umstellen und vor allem unglaublich viel Neues lernen. Es gibt einen für mich neuen Bereich, in dem ich ja absolut keinerlei Erfahrung und Kenntnisse habe. Um meine Gefühle in ein Wort zu fassen: Überwältigung.

Erkenntnis für die Zukunft

Es machte Klick nach ein paar Gesprächen mit meiner Vorgesetzten. Ich bin gut, ich habe Potential, ich schaffe es. Der von mir selbst gemachte Druck lähmt mich und wird mich auf Dauer runterziehen, wenn ich nichts daran ändere. Der Druck muss weg, damit ich entspannter werde und folglich nicht mehr so nervös und hibbelig. Das Lob von ihr, dass ich schon nach 3 Wochen so viel kann und weiß, baut mein Selbstbewusstsein auf und die Selbstzweifel ab. Mein Problem ist, dass ich den Berg an Arbeit sah und sie nicht in Etappenziele aufteilen konnte. Langsam, aber sicher, kommt Routine in den Arbeitstag und somit die Sicherheit, dass ich es schaffen werde. Ich muss mir klar werden, was an Aufgaben im Allgemeinen am Tag gemacht werden muss. Diese Aufgaben müssen in kleinere Stückchen aufgeteilt werden, damit ich sie bewältigen kann. Somit wird es für mich auch machbar.

Ein Monat im Job – Erwartung vs Realität

Fazit

Der mentale Druck muss weg, dass ich nicht gut genug bin und das ich schwierige Situationen nicht packe. So eine Einstellung ändert sich nicht mit einmal sagen: „Du schaffst das schon.“ Dies dauert und braucht seine Zeit. Ich sehe jetzt positiver in die Zukunft und weiß besser, wie ich was zu tun habe. Die groben Routinen sehe ich wie Schienen vor mir liegen, ich muss ihnen nur noch folgen. Sicher, selbstbewusst und optimistisch. Jetzt muss ich nur noch Durchhaltevermögen und Standfestigkeit zeigen, dann bin ich bereit für die Zukunft!

tiffeck

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