Fernbeziehung – wie geht das?

Wie eine Fernbeziehung geht, kann ich euch nicht erklären.
Nur zeigen, wie es bei mir anfing, wo wir gerade stehen und welche Gedanken ich zu unserer Zukunft habe.

Diese Woche ist es 10 Monate her. Vor 10 Monate in Rom, wo ich ihn kennen lernte:

Antonio – Oktober 2018 – Villa Borghese – Rom

Es war Sonntag, der 14.10.2018. Der Tag meiner Ankunft in Rom. Total überdreht, übermüdet und sauhungrig lief ich von Sehenswürdigkeit zur Sehenswürdigkeit.

Auf dem Weg zum Trevi-Brunnen lief ich in einer Seitenstraße, voll mit Touristen und Malern. Touristen, die sich das Geld aus den Taschen ziehen lassen und Malern, die in jedem eine Chance auf Verdienst sehen.

Ich sah mich um, und dann sah ich ihn.

Ihn, wie er da saß. Auf seinem kleinen Stuhl, Beine überschlagen, Kopf leicht im Nacken, Blick in die Ferne gerichtet, etwas abwesend wirkend.

Ich sprach ihn an, wie viel eine Karikatur von mir kosten würde.
Nach dem Bild tauschten wir Nummern aus, verabredeten uns.
Unsere Geschichte nahm ihren Lauf.

Bis zum heutigen Tag.

Wie finden es die anderen?

Meine Familie ist da gegenüber sehr offen:
„Wenn es klappt, dann klappt es, wenn nicht, dann nicht“

Eine Freundin ist jedoch sehr strikt dagegen. Ich sei naiv, sie erkenne mich gar nicht wieder, was das ganze solle. Wir könnten uns nicht wirklich kennen lernen, auf die Distanz hin. Diese paar Tage, die man sich sieht, sind einfach nicht genug, um sich kennen zu lernen.

Doch bedeutet räumliche Nähe auch emotionale Nähe? Das hatte ich schon durch bei meinen vorherigen Beziehungen. Die räumliche Nähe bedeutet nichts, wenn das emotionale nicht passt.
Dank der heutigen Technologie können wir täglich schreiben und telefonieren, Fotos und Videos verschicken, uns über unser täglich Leben austauschen.

Unsere Geschichte nahm ihren Lauf

Die Beziehung mit ihm ist meine erste Fernbeziehung. Aktuell lebt er in Malaga – arbeitet von da aus als Flugbegleiter für eine Airline – weswegen wir von Ort zu Ort, von Land zu Land pendeln.

Es ist sehr schwer für mich, ihn dort zu wissen. In einer Stadt im südlichen Spanien, ich in der Mitte Deutschlands.
Wie oft wir uns gesehen haben? Lasst mir euch diese Graphik zeigen:

Statistik - Fernbeziehung
insgesamt: 322 Tage (100%) / gesehen: 64 Tage (19.9%) / nicht: 258 Tage (80.1%)

Es sind zum 14.8.2019 genau 322 Tage, genau 46 Wochen. Wir trafen uns in der Zeit an den verschiedensten Orten:

  • Rom
  • Kassel
  • Malaga
  • Bergamo
  • Mailand
  • Barcelona
  • Marbella

Durch das Reisen, um sich zu sehen, machen wir uns auch Gedanken, eine Konstante zu finden. Malaga und Kassel waren bisher diese.

Millionen Fragen

Was passiert mit uns? Wo werden wir leben? Werde ich auswandern? Nur dann, wohin? Wie werden wir auf Dauer miteinander auskommen können? Wird es funktionieren? Haben wir genug Gemeinsamkeiten?

Millionen Fragen schießen mir diese Woche durch den Kopf.

Das ist das Ding bei Fernbeziehung, denn körperliche Kontakt fehlt. Es sind immerhin über 2500 km, die uns trennen. 2500 km!!! Eine gewaltige Strecke. Auf Dauer muss eine Lösung her. Verschiedene Ansätze sind schon da, doch sind diese noch ausbaufähig.

Merkt man, dass mir die Distanz zu schaffen macht?
Das ist wohl das das Hauptproblem. Was wir aber auch lösen können. Und das werden wir auch!

Fernbeziehung - wie geht das?

Fernbeziehung – wie geht das?

Was spielt eine Rolle?
Das wir uns sehen spielt eine Rolle.
Wann wir uns sehen spielt eine Rolle
Wie lang wir uns sehen spielt eine Rolle.

In den Lücken dazwischen schreiben wir uns und telefonieren miteinander. Sprechen über alles und nichts. Wie in einer „normalen“ Beziehung. Wie die anderen auch. Nur nicht „in front of each other“.

Denn unser Geheimnis ist :

Kommunikation – Offenheit – Ehrlichkeit – Respekt – Liebe – und stetiger Kontakt zueinander

So funktioniert es mit uns. Denn unsere Liebe macht das möglich, auch über die Entfernung.

Er macht mich glücklich. Er versteht mich, wie ich ihn verstehe. Wir haben vergleichbare Interessen und unsere Gemüter.

Kurz gesagt:

Ich liebe ihn.

tiffeck

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