Kleider machen Leute – oder doch nicht?

Machen Kleider wirklich Leute? Diesem Sprichwort nach hört es sich an, dass Kleidung Macht über uns und unsere Persönlichkeit hat, dass wir ohne sie nichts sind. Die Bekleidungsindustrie ist ein dreckiges Geschäft, die weiß, wie man mit unserer Psychologie spielt und sie gegen uns ausspielt.

Dem von Greenpeace veröffentlichten Flyer zum Thema „Wegwerfware Kleidung“ nach besitzt während der heutigen Zeit eine erwachsene Person in Deutschland im Durchschnitt ca. 95 Kleidungsstücke, Frauen mehr als Männer. Je höher der Verdienst und der Bildungsgrad ausfällt, desto mehr Kleidung besitzt man auch. Das Absurde dabei ist, dass jedes fünfte Kleidungsstück (ca. 19%) davon noch nicht mal wirklich getragen wird.

Durch den Wandel der letzten 50 Jahren hat sich unser Gedankengut in Bezug auf Kleidung stark geändert. Sie wurde zum Wegwerfprodukt. Internationale Unternehmen wie H&M, Zara und co. erzogen uns fast schon, solche Produkte zu kaufen. Denn sie sind erschwinglich und modisch. Doch leider nicht langlebig. Da frage ich mich: Machen Kleider wirklich noch Leute?

Machen Kleider wirklich Leute?

Dank solcher Dissertationen und anderen, hervorragenden Quellen weiß man, dass die Herstellung von Kleidung die Umwelt unfassbar belastet und die Arbeitsbedingungen der betroffenen Menschen unwürdig sind. Mit jedem Film, jeden Artikel, jeder Statistik zu dem Thema kann ich es immer weniger mit meinem Gewissen vereinbaren, bei diesen Ausbeuter-Betrieben weiter einzukaufen.

Das Mindset des Minimlisten erhält man nicht über Nacht. Es ist ein Prozess, der sich über Wochen, Monate, gar Jahre entwickelt. Minimalismus definiert auch jeder anders.

Kleidung ist oft der erste Schritt, denn da ist der mentale Zugang leichter. Leider auch der Abgang der Kleidung. Dadurch, dass wir kaum etwas dafür bezahlen, trennen wir uns auch leichter. Es ist heute im wahrsten Sinne des Wortes wertlos geworden.

Nutzen, was du hast, statt neu kaufen

Kleidung ist für Mebschen da, nicht umgekehrt. Sie drücken unsere Persönlichkeit aus und geben unsere aktuelle Stimmumg wider.

Sie ist für uns von uns. Wir müssen auch etwas zurückgeben an die Personen, die sie für uns herstellen. Faire Preise, um ihr Leben zu Hause gewährleisten zu können. Wie sagt man so schön: Es ist ein Geben und Nehmen.

Smarticular Konsumpyramide
Konsumpyramide – Quelle: smarticular

Nachdem ich erstmal rigoros aussortierte und für Spenden, Online-Verkaufs-Börsen und Flohmärkte vorbereitete, orientiere ich mich seitdem an der Konsumpyramide von Smarticular.

Sie gibt eine sehr gute Übersicht, Hilfe und Orientierung, woran man denken soll im täglichen Umgang mit seinen Gewohnheiten. Es betrifft ja nicht nur die Rubrik Kleidung, sondern das komplette Konsumverhalten in allen Bereichen.

Der nüchterne Blick auf die Habseligkeiten erlaubt mir, ehrlich mit meinem Hab und Gut und meinen Bedürfnissen umzugehen. Sind sie im Einklang miteinander? Brauche ich ein neues Paar Schuhe, weil ich sie schön finde oder brauche ich sie, weil die letzten unreparierbar kaputt gingen und ich sie täglich benötige? Hinterfragen der eigenen Bedürfnisse ist das beste und effektivste Werkzeug, was ich bisher erlernte und anwenden konnte.

Wenn du nicht darum herum kommst und du neu kaufen musst, dann achte darauf, dass es nachhaltig, ökologisch und unter fairen Bedingungen produziert wurde. Somit erhälst du ein unter nachhaltigen Gesichtspunkten gutes Produkt nach deinen Wünschen.

Sie kosten meist mehr als Fast Fashion Produkte , sind aber auch langlebiger. Somit bleiben dir deine neuen Schätze länger erhalten.

Pin Me!

Bedürfnisse erkennen, glücklicher werden

Meine persönliche Entwicklung in ein nachhaltigeres, bewussteres Leben macht mich Tag für Tag glücklicher. Ich bin nicht nur im Einklang mit mir und meinen wirklichen Bedürfnissen, sondern auch in dem Bewusstsein, etwas für meine Mitmenschen – ob nah oder fern – und für meine Umwelt zu tun.

Jeder Anfang ist schwer, doch dieser Prozess brachte mir die Erkenntnis, weniger für mein Glück zu brauchen als mir meine konsumorientierte Umgebung bisher suggerierte. Mein Blick auf meine Zukunft und die Auswirkung meines Verhaltens zeigte mir durch Recherche, wie negativ dieses Verhalten doch ist.

Ich brauche nicht mehr, ich habe genug. Bescheidenheit, Minimalismus und Nachhaltigkeit sind ein gutes Team, die sich ineinander zusammenfügen wie Puzzleteile. Es ist jedoch ein langer Weg, diese Teile zu finden und passend zusammen setzen zu können.

Während meiner Reise stellte ich fest, dass der Satz „Kleider machen Leute“ nicht stimmt. Jedenfalls nicht mehr für mich. Zu viel Verantwortung steckt hinter einer alltäglichen und scheinbar simplen Tätigkeit wie das Kaufen von Kleidung. Den Konsum von Fast Fashion muss sich ändern in den Konsum von nachhaltig und fair produzierten Kleidungsstücken.

tiffeck…

tiffeck

Kommentar verfassen

Zurück nach oben