Produktivität ist nicht alles

Während der letzten Monate überschwemmen Tipps & Tricks für mehr Effektivität die sozialen Medien, Blogs und andere Plattformen wie eine biblische Heuschreckenplage. Ich entdeckte für mich, dass Produktivität nicht alles ist.

Was ist eigentlich Produktivität?

Produktivität setzt einen Plan und Tätigkeiten voraus, die umgesetzt werden wollen / müssen. YouTube ist voll davon. Es wird mir suggeriert, dass es der heilige Gral für Glück ist. Wenn ich Zeit verplempere oder eben nicht so effektiv bin wie es mir vorgeführt wird, werde ich nicht glücklich werden und meine Ziele nicht erreichen.

Morgen-Routinen, Effektivität steigern und How-To’s verleiten mich zu denken, wenn ich mich nicht diesem Hype-Train anschließe, verliere ich. Nicht nur an Zugehörigkeit, sondern auch an Lebensqualität und die Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln.

Das heißt also, Produktivität ist das Non-Plus-Ultra, dem ich folgen werde, um nicht auf der Strecke zu bleiben – oder?

Es ist Zeit für Veränderung!

Doch was ist, wenn es ein Trugschluss ist? Wo ist nur der Müßiggang hin? Wieso kann man nicht einfach in seiner freien Zeit seinen Hobbies nachgehen? Oder eben wieder Löcher in die Luft gucken?

Es ist doch nichts verwerfliches daran, eben nicht jede Minute mit irgendwas zu füllen. Ich war auf beiden Seiten und kenne sie. Durch die permanente Auslastung meines täglichen Lebens stresse ich mich bei weitem mehr als ich vorher dachte. Irgendwann sah ich alles, was ich tat, nur noch als Aufgabe, die bewältigt werden wollte. Selbst in mein Tagebuch schreiben oder ein Buch lesen.

Für mich wurde es Zeit, etwas an diesem permanenten Druck zu ändern. Ich kann so nicht weitermachen. Diesem Druck werde ich irgendwann nachgeben – ob ich will oder nicht. Er wird mich in einen Abgrund ziehen, in dem ich nicht sein möchte.

Langsamkeit und Unproduktivität feiern!

Es dauert, bis Veränderungen auch Routine werden. Vor allem, wenn die Routine an sich das ist, was ich verändern wollte. Am schwersten ist es, den Druck von mir zu nehmen, immer beschäftigt zu sein.

Doch ist es nicht auch mal schön, wirklich keine Vorhaben zu haben und nicht verplant zu sein? Die Schönheit des Nichtstuns ist wunderbar. Doch die Lehre ist hart. Der Transit ist anstrengend und zehrt an meinen Nerven. Ich dachte nicht, dass es so hart sein wird, diese lang gehegten Verhaltensweisen abzulegen und anfallende Aufgaben entspannter anzugehen.

Was mir hilft

Ich wurde mir klar, was meine primären Interessen sind und wie ich sie in meinen Alltag implementieren möchte. Um meine Woche eine Struktur zu geben, erstellte ich mir einen Stundenplan für diese Zeit. Somit hilft es mir, eine gewisse Ordnung in meinen Tag zu bekommen. Somit gehe ich auf meine Bedürfnisse ein und gebe mir Aufbau, mit dem ich arbeiten kann, aber der auch flexibel ist für ruhige Zeiten, wenn ich sie benötige.

Außerdem hilft mir sehr, feste Essenszeiten einzuplanen. Ich kann mich dann auf das Kochen, und zwar nur auf das Kochen, konzentrieren. Somit bekomme ich meinen Kopf frei und kann mir einen Zeitraum schaffen, in dem ich nicht an andere Dinge denken muss.

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Ich bin sehr zufrieden mit dieser Veränderung meines Lebens. Sie hilft mir, mich mehr um mich und meine innere Ruhe zu kümmern und dem Stress weniger Raum zu geben. Außerdem gebe ich den Interessen den Platz, den sie verdienen. Meiner mentalen Gesundheit geht es seitdem Tag für Tag besser, da der Druck und der Stress dementsprechend stetig sinkt auf ein für mich überschaubares Maß.

tiffeck….

tiffeck

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