Welche Möglichkeiten habe ich, um nachhaltig zu leben?

Ich dachte bisher, mein Leben ist schön nachhaltig. Soweit ich es grob überschlage, fahre ich mit dem Fahrrad und den Öffies (besitze kein Auto), rauche nicht, esse kein Fleisch und kaum Milchprodukte, kaufe keinen Kleidung von großen Fast Fashion Konzernen und so weiter …
Welche Möglichkeiten habe ich eigentlich, um nachhaltig zu leben?

Meine Möglichkeiten

Wenn ich es auf die Spitze der Nachhaltigkeit treiben möchte, müsste ich mich eigentlich umbringen. Nichts ist so nachhaltig und „gesund“ für die Umwelt. Der Mensch – vor allem in den letzten 100 Jahren – missbrauchte zum eigenen Vorteil die Erde so ungemein, dass sie zur Schwelle des Kollaps steht. Diverse Ökosysteme verändern sich ins negative, Lebensformen sterben aus, die Temperaturen schwanken in die extremen.

Ich hänge an meinem Leben, es ist gut wie es ist. Zu meinem Glück wurde ich in einem erste-Welt-Land geboren, sodass ich nicht um mein Leben fürchten muss. Meine Grundversorgung ist gesichert, ich kann mir Nahrung und Kleidung kaufen, pflege soziale Kontakte, habe die Wahl.

Und eben diese Wahl ist das Entscheidende! Laut des „Failed State Index“ der Organisation „Fund for Peace“ sind Länder wie Simbabwe, Tschad und Sudan die Top drei Länder, die sogar im Risikobereich liegen, dem Staatsverfall zu erleiden – wenn es nicht sogar in irgendeinem Fall schon passierte.

Die Macht der Wahl

Es kommt darauf an, ob mir überhaupt eine Wahl der Nachhaltigkeit offen steht. Mir als weiße Person in einem erste-Welt-Land stehen im Grunde alle Türen offen, weil…

…. ich weiß bin.

Dieser nicht beeinflussbare Fakt und eben das Land, in dem ich lebe, geben mir Möglichkeiten, die ich in einem risikoreicheren Land oder mit einer anderen Hautfarbe selbst in Deutschland nie haben werde.

Ich muss meine Privilegien bewusst werden, gegen strukturellen Rassismus ankämpfen und für Gleichheit für jeden kämpfen. Kein Kampf ohne Opfer und Entbehrungen. Unangenehm wird es auf jeden Fall, endlich auch für mich. Denn es kann nicht sein, dass ich mich frei und offen entfalten kann, wenn meine ehemalige – Schwarze – Mitarbeiterin sich diverse Unverschämtheiten und Beleidigungen anhören kann, weil sie Schwarz ist.

Meine Aufgabe, meine Pflicht

Zum Abschluss stelle ich mir noch einmal die Frage:

Welche Möglichkeiten habe ich, um nachhaltig zu leben?

Ich kann nicht mehr. Und will nicht mehr. Ein langer Weg liegt vor mir, der Weg der sozialen Gerechtigkeit, die nachhaltig ist und nicht wie eine Eintagsfliege auftaucht und verschwindet. Als weiße Frau sehe ich es als meine Pflicht, anderen Menschen zu helfen, die aufgrund eines unbeeinflussbaren Umstandes – ihrer Geburt mit einer bestimmten Hautfarbe – in die Welt gesetzt zu werden, die sie wegen eben diesem von niemanden beeinflussbaren Umstand diskriminiert werden.

Wir profitieren von diesem System der Ungerechtigkeit, wir müssen es ändern, vereint und mit allen Kräften! Für eine bessere Zukunft für uns alle!

tiffeck

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