Wenn Nachhaltigkeit zum Zwang wird

Nachhaltigkeit betrifft jeden Bereich unseres Lebens. Ob es Kleidung, Nahrungsmittel oder gar die Wahl unserer Fortbewegung ist. Mit dem Zuwenden zum Minimalismus wand ich mich auch der Nachhaltigkeit zu. Ich tauchte immer tiefer in dieses Thema ein, bis ich mich fast verlor. Nachhaltigkeit wurde langsam zum Zwang. Überall gilt es, sich selbst zu optimieren, der Auswirkung auf die Umwelt immer bewusst. Die Spirale der Selbstoptimierung immer im Blick. Die Stimme des World Wide Web immer im Hinterkopf, dass es doch vor allem an dem Einzelnen liegt, die Welt zu verändern.

Zehn Schritte nach vorn, keinen zurück

Wir sind die letzte Generation, die das Ruder noch rumreisen kann, nicht nur für uns selbst, sondern vor allem für die Generationen nach uns. Dieser Druck lastet auf uns allen, jeder Einzelne ist wichtig. Als ich am Anfang in dieses Thema eintauchte, bekam ich das Gefühl, ich soll ja alles menschenmögliche tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wenn möglich, alles selbst machen, zum Beispiel:

  • Kosmetika selbst herstellen (Deocreme, Roggenmehl statt Shampoo, etc.)
  • in den eigenen vier Wänden Lebensmittel anbauen (Tomaten, Paprika, Salat, etc.)
  • plastiklos, vegan und regional Lebensmittel einkaufen
  • alternative Fortbewegungsmittel (zu Fuß, Fahrrad, Öffis etc.)

Es zermürbt einen auf Dauer. Nicht die Umstellung an sich, sondern das ständige Bombardement aus sozialen Medien und dem Internet im Generellen, man solle alles perfekt machen. Wie Lisa Koßmann alias @nessaelessar in einem ihrer letzten Videos meinte, ist an sich das Drumherum das Anstrengende am der nachhaltigen Bewegung.

Ein Schritt nach dem anderen!

Perfektion ist hier nicht gefragt. Jeder Schritt zählt, ob es ein Schritt in die richtige Richtung ist oder eben ein Fehltritt. Denn Fehltritte sind da, um aus ihnen zu lernen. Wenn Nachhaltigkeit zum Zwang wird, raubt es mir den Raum, überhaupt etwas in diese Richtung zu unternehmen.

Ich habe Blut geleckt. Es macht Spaß, einen neuen Weg zu gehen und zu versuchen, Alternativen zu finden. Vor allem dann, wenn es um einen Weg geht, der unsere Umwelt und unsere Zukunft schützt und nachhaltig verändern kann.

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tiffeck

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