Wie wichtig sind Freundschaften?

In letzter Zeit habe ich viel Zeit zum nachdanken. Vieles zum verarbeiten, zum wegstecken, zum vorbereiten. Ich dachte mir, mit wem könnte ich über alles reden, was so in meinem Kopf vorgeht? Klar, mit meinem Freund und meiner Familie. Es genügte mir aber irgendwie nicht. Auch außerhalb dieses engen, fast schon limitierenden Kreises wollte ich es jemandem erzählen, was mich bewegte. Dies brachte mich zur Überlegung, wie wichtig Freundschaften eigentlich sind.

Wir sind von Natur aus soziale Wesen

Um Durchschnitt hat der in Deutschland Lebende 3,7 engere Freunde und 11 im erweiterten Freundeskreis. Wie William Glaser schon einst sagte, sind wir von Natur aus soziale Wesen. Laut ihm versuchen wir uns so zu verhalten, das wir mehr Freude und weniger Schmerz empfinden.

Das Bedürfnis nach Liebe und Zugehörigkeit gehören zu den stärksten nicht überlebensnotwendigen Grundbedürfnissen. Sind unsere engen Beziehungen gestört, werden wir unglücklich. Seelenschmerz kann mit Symptomen einhergehen, die mit psychischen Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Psychische Probleme können sich dadurch lösen lassen, dass wir unsere Beziehungen in Ordnung bringen.

Freude und Schmerz

Wir versuchen, fünf Grundbedürfnisse zu stillen. Daraus resultieren Freude und Schmerz.

  1. überleben wollen
    wer in Lebensgefahr schwebt, ist für Hilfe anderer dankbbar
  2. Liebe & Zugehörigkeit empfinden
    um dies zu spüren, braucht man mindestens einen Menschen, der einem Nahe steht.
  3. Macht(gefühle)
    … stellen sich nur dann ein, wenn jemand auf uns hört.
  4. Freiheit
    Frei fühlen wir uns, wenn wir uns in Situationen nicht kontrolliert fühlen
  5. Freude spüren
    Kann jeder für sich empfinden, in Gesellschaft fällt es leichter.

Jedes Verhalten, das zur Befriedigung beiträgt, ist angenehm. Das Verhalten, was dem entgegensteht, löst Schmerz aus.

Wenn wir etwas für unsere Beziehungen tun, tun wir etwas für unsere psychische Gesundheit.

William Glasser

Freunde sind nicht gleich Freunde

Ich habe mich in den letzten Jahren – vor allem den letzten beiden – sehr stark verändert. Von innen heraus, auch dem Umständen entsprechend. Ich habe letztens einen Post auf Instagram von Valerie Husmann gefunden, hinter dem ich voll und ganz stehe:

Dinge, für die du dich nicht entschuldigen musst - be yourself!
gefunden auf Instagram @valeriehusemann

Ich merkte in dieser Zeit, wer mit mir wuchs und wer eben nicht. Wer tolerant, empathisch und bereit für Wachstum war. Toxische Beziehungen gehören der Vergangenheit an. Ich habe keine Kapazitäten und Toleranz mehr dafür, ich bin müde für Streitereien und Vorwürfe. So ein Verhalten ist nicht zu tolerieren, vor allem nicht von denjenigen, die sich als Freunde bezeichnen.

Jede Beziehung hat seine Daseinsberechtigung, zur jeder Zeit und zu jedem Gemütszustand. Jede Lebensphase hat seine guten wie schlechten Seiten, eins weiß man aber mit Sicherheit:

Entweder man entwickelt sich oder man bleibt auf der Strecke.

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Was nehme ich mit?

Die Freunde, die ich habe, weiß ich mehr zu schätzen denn je. Ich weiß jetzt, wie wichtig Freundschaften sind. Ich habe auch gelernt, dass sie nicht selbstverständlich sind. Es ist wie in jeder Beziehung, es ist ein Geben und Nehmen. Ich muss mich auch darum kümmern, dass diese Bestand haben. Denn was sind wir ohne soziale Verbindungen?

tiffeck

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